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 Kapitel: Maßhalten bei der Verehrung Allahs
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Ansicht der Ahadith 1-11 von 11 Ahadith, Seite 1/1

 


Kapitel: 14, Nummer: 1
Kapitel:  Maßhalten bei der Verehrung Allahs

Maßhalten bei der Verehrung Allahs

Qur’an: Allah, der Erhabene, spricht:
„Wir haben dir den Qur’an nicht herabgesandt, um dich unglĂŒcklich zu machen." (20:2)

„Allah will es euch leicht, Er will es euch nicht schwer machen..." (2:185)

Es ĂŒberliefert Aischa (r), dass der Prophet (s) eines Tages zu ihr kam, als eine andere Frau bei ihr saß. Er (s) fragte: „Wer ist sie?" Aischa antwortete: „Sie ist die Frau, die bekannt ist fĂŒr ihre ausgedehnten Gebete." Sich an sie wendend sagte er: „Hört auf mich. Ihr seid dazu aufgefordert, nur so viel zu beten, wie ihr könnt. Und bei Allah, Allah wird nie verdrossen, aber könnt mĂŒde werden."*** (Al-Bukhari und Muslim)

***Das bedeutet, dass die Belohnung Allahs fĂŒr denjenigen, der Gutes tut, nicht aufhören wird, bis er selbst damit aufhört, Gutes zu tun. Deshalb ist es sinnvoller, auch nur etwas Geringes regelmĂ€ĂŸig zu tun, damit Gnade und Belohnung Allahs dauerhaft sind.


Kapitel: 14, Nummer: 10
Kapitel:  Maßhalten bei der Verehrung Allahs

Abu Rib'i Hanzala ibn ar-Rabi al-Usayyidi (r), einer der Schreiber des Propheten (s), erzĂ€hlte: Eines Tages begegnete mir Abu Bakr (r) und fragte: „Wie geht es dir, Hanzala?" Ich sagte: „Hanzala ist zu einem Heuchler geworden!" Abu Bakr (r) sagte: „Gelobt sei Allah. Was sagst du?" Hanzala erklĂ€rte: „Wenn wir vor dem Propheten (s) versammelt waren und er uns von Paradies und dem Höllenfeuer erzĂ€hlte, fĂŒhlten wir uns, als ob diese vor unseren Augen wĂ€ren. Aber als wir ihn verließen und uns mit unseren Frauen, Kindern, LĂ€ndereien und GĂ€rten beschĂ€ftigten, vergaßen wir vieles." Abu Bakr (r) sagte: „Bei Allah. Wir sind alle in der gleichen Situation." Da gingen sie beide zum Propheten (s). Hanzala sagte: „Oh Gesandter Allahs (s), Hanzala ist zu einem Heuchler geworden." Der Prophet (s) fragte: „Was meinst du damit?" Ich sagte: „Oh Gesandter Allahs, wenn wir in deiner Gesellschaft waren und du uns ĂŒber Höllenfeuer und Paradies erzĂ€hltest, fĂŒhlten wir uns, als ob sie vor unseren Augen stĂŒnden. Doch sobald wir nicht mehr in deiner Gegenwart waren. beschĂ€ftigten wir uns mit unseren Frauen, Kindern, GĂ€rten und LĂ€ndereien, und vergaßen vieles." Der Prophet (s) sagte: „Bei Allah, in dessen HĂ€nden mein Leben ruht. Wenn ihr im gleichen Zustand verbleibt, in dem ihr mit mir wart, mit euren Gedanken bei Allah, wĂŒrden Engel herabkommen, um euch die Hand zu geben, wenn ihr in euren Betten und auf den Wegen seid. Doch, Hanzala, alles zu seiner Zeit." Und er (s) wiederholte diesen Satz dreimal. (Muslim)


Kapitel: 14, Nummer: 11
Kapitel:  Maßhalten bei der Verehrung Allahs

Ibn Abbas (r) erzĂ€hlte folgendes: WĂ€hrend der Prophet (s) eines Tages predigte, sah er einen Mann stehen. Er erkundigte sich spĂ€ter nach ihm. Ihm wurde gesagt, sein Name sei Abu Israil, und er habe gelobt, er werde in der Sonne stehen und sich nicht setzen und nicht in den Schatten gehen und zu niemandem sprechen, und er werde das Fasten beachten. Der Prophet (s) sagte: „Bittet ihn, zu sprechen, in den Schatten zu gehen und sich zu setzen. Aber lasst ihn sein F asten vollenden." (Al- Bukhari)


Kapitel: 14, Nummer: 2
Kapitel:  Maßhalten bei der Verehrung Allahs

Anas (r) erzĂ€hlte: Es kamen einmal drei Leute zum Haus des Propheten (s), um die Frauen des Propheten ĂŒber den Gottesdienst des Propheten zu befragen. Als sie darĂŒber unterrichtet worden waren, hatten sie das GefĂŒhl, dass dies im Vergleich zu dem, was sie selbst taten, wenig sei. Sie sprachen: „Was fĂŒr ein Unterschied besteht zwischen uns und dem Propheten (s), und ihm werden seine SĂŒnden vergeben, die vergangenen und die zukĂŒnftigen." Einer von ihnen sprach: „Ich verbringe immer die ganze Nacht im Gebet." Der andere sprach: „Ich faste stĂ€ndig ohne Unterbrechung." Der dritte sagte: „Und ich halte mich von Frauen fern und heirate niemals." Inzwischen kam der Prophet (s) und fragte sie: „Seid ihr diejenigen, die das und das gesagt haben? Hört, ich fĂŒrchte Allah mehr als ihr alle, und ich bin frömmer. Dennoch faste ich und ich esse, ich bete (des Nachts) und schlafe (auch), und ich heirate Frauen. Wer sich von meiner Sunna (meinem Vorbild) abwendet, gehört nicht zu mir." (Al-Bukhari und Muslim)


Kapitel: 14, Nummer: 3
Kapitel:  Maßhalten bei der Verehrung Allahs

Es ĂŒberliefert Ibn Masud (r), dass der Prophet (s) gesagt hat: „Mögen die Übertreibenden*** zugrunde gehen!" Und er wiederholte dies dreimal. (Muslim)

***Mit den Obertreibenden sind jene gemeint, die streng sind darin, wo sie nicht streng sein sollen.


Kapitel: 14, Nummer: 4
Kapitel:  Maßhalten bei der Verehrung Allahs

Abu Huraira (r) ĂŒberliefert, dass der Prophet (s) gesagt hat: „Dieser Glaube ist gewiss einfach. Kein Mensch soll sich in Extremen verlieren, was die Angelegenheiten des Glaubens anbelangt, sonst wird ihn die Religion ĂŒberwĂ€ltigen. Darum ĂŒbertreibt nicht und untertreibt nicht, und seid damit zufrieden und sucht Allahs Hilfe im Gebet am Morgen und Abend und im letzten Teil der Nacht." (Al-Bukhari)

In einer anderen Version von Al-Bukhari heißt es: „Übertreibt nicht und untertreibt nicht. Und verrichtet (eure Gebete) morgens, abends und im letzten Teil der Nacht. Nach und nach werdet ihr so an (euer Ziel) gelangen."


Kapitel: 14, Nummer: 5
Kapitel:  Maßhalten bei der Verehrung Allahs

Anas (r) berichtet: Der Prophet (s) betrat die Moschee, als er ein Seil bemerkte, das zwischen zwei SĂ€ulen festgebunden war. Er fragte: „Was soll dieses Seil?" Man sagte ihm: „Dieses Seil ist von Zainab, die sich, wenn sie beim Gebet mĂŒde wird, daran ausruht." Der Prophet (s) sagte: „Entfernt es. Ihr sollt nur so lange beten, wie ihr euch wohlfĂŒhlt. Wenn ihr euch mĂŒde fĂŒhlt, sollt ihr euch ausruhen." (Al-Bukhari und Muslim)


Kapitel: 14, Nummer: 6
Kapitel:  Maßhalten bei der Verehrung Allahs

Aischa (r) ĂŒberliefert, dass der Gesandte Allahs (s) gesagt hat: „Wenn jemand von euch beim Beten schlĂ€frig wird, dann soll er sich hinlegen, bis er ausgeruht ist; denn wenn er im Zustand der SchlĂ€frigkeit fortfĂ€hrt zu beten, dann weiss er nicht, welche Worte er von sich gibt; und er könnte fluchen statt Allahs Vergebung zu erbitten." (Al-Bukhari und Muslim)


Kapitel: 14, Nummer: 7
Kapitel:  Maßhalten bei der Verehrung Allahs

Abu Abdullah Dschabir ibn Samura (r) sagte: „Ich pflegte mich dem Propheten (s) in seinem Gebet anzuschließen. Sowohl seine Gebete als auch seine Ansprachen waren stets von ausgewogener LĂ€nge." (Muslim)


Kapitel: 14, Nummer: 8
Kapitel:  Maßhalten bei der Verehrung Allahs

Abu Dschuhaifa Wahb ibn Abdullah (r) erzĂ€hlte folgende Geschichte: Der Prophet (s) hatte zwischen Salman (r) und Abud-Darda` (r) den Bund der Bruderschaft geschlossen. Einst ging Salman (r) Abud-Darda` (r) besuchen, und fand seine Frau schĂ€big gekleidet. Er fragte sie, was mit ihr los sei. Sie sagte: „Dein Bruder Abud-Darda' hat nichts zu tun mit dieser Welt."*** In der Zwischenzeit kam Abud-Darda` (r) und kochte fĂŒr Salman (r) etwas zu essen. Dann sprach er: „Iss, denn ich faste." Salman (r) sagte zu ihm: „Ich werde nicht anfangen zu essen, bis du mit mir isst." In der Nacht stand Abud-Darda` (r) auf, um zusĂ€tzliche Gebete zu verrichten. Salman bat ihn, weiter zu schlafen, was er auch tat. Nach einiger Zeit erhob sich Abud-Darda` erneut um zu Beten, und erneut wurde er von Salman (r) zum Schlafen aufgefordert. Im spĂ€teren Teil der Nacht sagte Salman (r): „Steh jetzt auf!", und die beiden beteten gemeinsam. Danach sagte Salman (r): „Zweifellos bist du deinem Herrn verpflichtet; genauso bist du dir selbst verpflichtet und deiner Familie. Du sollst deine Pflicht jedem gegenĂŒber erfĂŒllen." Er ging daraufhin zum Propheten (s) und erzĂ€hlte ihm all dies. Der Prophet (s) sagte: „Was Salman sagt ist die Wahrheit." (Al-Bukhari)

***Das heißt, dass er sich nicht um Frauen zu kĂŒmmern pflegte.


Kapitel: 14, Nummer: 9
Kapitel:  Maßhalten bei der Verehrung Allahs

Abu Muhammad Abdullah ibn Amru ibn al-As (r) erzĂ€hlte: Man berichtete dem Propheten (s), dass ich gesagt hatte: „Bei Allah, ich werde mein ganzes Leben lang tagsĂŒber fasten und in der Nacht beten." Der Prophet (s) fragte mich: „Bist du derjenige, der dies gesagt hat?" Ich antwortete: „Mögen meine Eltern fĂŒr dich geopfert werden, wenn ich dieses nicht sagte, oh Gesandter Allahs." Er sagte: „Du wirst das nicht schaffen können. Du sollst fasten, aber brich das Fasten. Schlafe und steh auf (in der Nacht fĂŒr zusĂ€tzliche Gebete). Faste drei Tage im Monat, das hat die zehnfache Wirkung einer guten Tat und entspricht somit ununterbrochenem Fasten." Ich sagte: „Ich bin stark genug, mehr als dies zu tun." Er (s) sagte: „Dann faste einen Tag und brich das Fasten fĂŒr zwei Tage." Ich sagte: „Ich bin stark genug, mehr zu tun." Er (s) sagte: „Nun, dann faste einen Tag uns iss am nĂ€chsten Tag. So hat der Prophet David gefastet, und es ist ein gemĂ€ĂŸigtes Fasten." - Und nach einer anderen Version heißt es: „und das ist das beste Fasten." - Ich sagte: „Ich bin stark genug, noch mehr zu tun." Der Prophet (s) sagte: „Es gibt keine bessere Tugend als diese." Ich hĂ€tte dem Vorschlag des Propheten (s) hĂ€tte folgen sollen, an drei Tagen im Monat zu fasten. Das wĂ€re fĂŒr mich wertvoller gewesen als mein ganzes Vermögen und meine Kinder.

Eine andere Version besagt, dass der Prophet (s) sagte: „Bin ich recht darĂŒber informiert worden, dass du jeden Tag fastest und die Nacht hindurch betest?" Ich bestĂ€tigte: „Oh Gesandter Allahs (s), es ist so." Er sagte: „Tu es nicht: Faste und brich das Fasten, schlafe und steh auf zum Gebet. Dein Körper hat gewiss ein Anrecht auf dich, und deine Augen haben ein Recht auf dich, deine Frau hat ein Recht auf dich und dein Gast hat ein Recht auf dich. Es wĂ€re genug, wenn du an drei Tagen im Monat fastest; jede Tugend hat ja einen Zehnfachen Wert; das bringt dich bei drei gefasteten Tagen auf einen ganzen Monat. Dies bedeutet also stĂ€ndiges fasten." (Abdullah sagte:) Ich war hart zu mir selbst, und das erzeugte HĂ€rte fĂŒr mich. Ich sagte zum Gesandter Allahs (s): „Ich fĂŒhle mich so stark, dass ich öfter fasten kann." Er (s) sagte: „Dann faste wie David, der Prophet Allahs, und ĂŒbertreibe nicht." Ich fragte: „Was war das Fasten des Propheten David?" Er sagte: „Die HĂ€lfte des stĂ€ndigen Fastens."*** Im Alter pflegte Abdullah zu sagen: Ich wĂŒnschte, ich hĂ€tte das ZugestĂ€ndnis angenommen, das mir der Prophet (s) (zur MĂ€ĂŸigung im Fasten und Beten) vorschlug."

Noch eine andere Version lautet, dass der Prophet sagte: „Bin ich nicht unterrichtet worden, dass du immer fastest und jede Nacht den Qur’an liest?" Ich sagte: „Das ist richtig, oh Gesandter Allahs, und ich hoffe, damit nur Gutes zu tun." Er sagte: „Folge dem Fasten Davids, des Propheten Allahs, denn er war Allah inbrĂŒnstig hingegeben und vollendete die Lesung des Qur'ans einmal monatlich." Ich warf ein: „Oh Prophet Allahs, ich bin stark genug, es noch besser zu tun." Er sagte: „Dann rezitiere ihn in zehn Tagen." Ich sagte: „Oh Prophet Allahs, ich bin stark genug, es noch besser zu tun." Er sagte: „Nun, so lies ihn in sieben Tagen und vollende sein Lesen nicht vorher." So unterwarf ich mich der MĂŒhsal und litt darunter. Der Prophet (s) sagte zu mir: „Du weißt nicht, ob du ein lĂ€ngeres Leben haben wirst." Und dann kam es so, wie es der Prophet (s) vorausgesehen hatte: Als ich alt wurde, erkannte ich, dass ich das ZugestĂ€ndnis, das mir vom Propheten (s) gemacht worden war, hĂ€tte annehmen sollen.

Einer anderen Version zufolge sagte er: „Dein Sohn hat ein Anrecht auf dich." Nach einer weiteren Version sagte der Prophet (s): „Wer stĂ€ndig fastet, der fastet ĂŒberhaupt nicht." Dies wiederholte er dreimal.

Eine weitere Version fĂŒgt hinzu: „Das Fasten des Propheten David ist Allah, dem Erhabenen, am liebsten. Er ruhte in der ersten HĂ€lfte der Nacht, dann verrichtete er sein zusĂ€tzliches Gebet, und er pflegte das verbleibende Sechstel (der Nacht) zu schlafen. Ebenso pflegte er einen Tag zu fasten und den nĂ€chsten zu essen. Niemals hielt er sich zurĂŒck, wenn es darum ging, sich einem Feind entgegenzustellen."

In einem anderen Hadith wird ĂŒber Abdullah erzĂ€hlt, dass er gesagt habe, sein Vater habe ihn mit einer Frau verheiratet, die zu einer angesehenen Familie gehörte. Auch habe sein Vater diese Frau ĂŒber ihren Ehemann befragt. Sie sagte: „Wie vortrefflich ist so ein Mann, der nie sein Bett berĂŒhrt und seine Scham enthĂŒllt hat, seit ich mit ihm verheiratet bin." Als dieser Zustand anhielt, brachte er (Abdullahs Vater) diese Angelegenheit dem Propheten (s) zur Kenntnis, der meinen Vater bat, mich zu ihm zu schicken. Als ich mich dem Propheten (s) vorstellte, fragte er mich: „Wie fastest du*7" Ich antwortete: „Ich faste jeden Tag." Er fragte mich dann: „Wie lange brauchst du, eine Lesung (des ganzen Qur’ans) zu vollenden. Ich antwortete: „Jede Nacht", und er erzĂ€hlte weiter, was vorher berichtet wurde.
SpĂ€ter (als Abdullah alt wurde) pflegte er ein Siebtel (des Qur’an) einigen Familienmitgliedern schon am Tage vorzutragen, so dass seine Belastung in der Nacht vermindert wurde. Ebenso ließ er, als er eine Erleichterung bei seinem gewohnten Fasten benötigte, des öfteren einige Tage des Fastens aus, holte aber die fehlenden Tage spĂ€ter nach. Er tat dies in erster Linie weil er nicht auf seine Lebensweise, die der Prophet (s) von ihm kannte, verzichten wollte.

Alle diese Hadithe sind gesund (sahih), und die meisten von ihnen wurden von Al-Bukhari und Muslim ĂŒberliefert.

***Das heißt: Einen Tag zu fasten und einen Tag das Fasten zu brechen.



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